Ankunft in Arusha

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Helmut Steiner

Anreise Highlights

Nach einem langen Packwochenende mit Kleidung gegen Mosquitos einsprühen, Kamerasachen auswählen, Wohnungspflanzen zusammenstellen, Wassertröge auf den Balkonen auffüllen usw. ging es am Sonntag um 19:15 Uhr endlich Richtung Flughafen. Erfreulich: Die Sicherheitskontrollen am Wiener Flughafen sind, nachdem die neuen CT Scanner bereits in Betrieb sind, erstaunlich schnell. Kein Auspacken von Laptop, Kamera(s), etc. mehr. Fortschritt!
ABER nachdem mein Rucksack natürlich voll gepackt mit tollen Sachen ist, darf eine genauere Inspektion natürlich nicht fehlen. 2 Kameras, Objektive (darunter auch das 180-600er), 2 GoPros, Laptop, E-Book-Reader, jede Menge Akkus, Ladegeräte, USB-Kabel und und und sind natürlich trotz CT Scanner nicht so einfach unterscheidbar. Da kommt die KI einfach noch nicht mit und es bedarf eines Flughafenmitarbeiters, der alles genauer unter die Lupe nehmen darf/muss. Aber alles halb so wild und der gute Mann war auch recht flott. Bald darauf sitzen wir im Flieger und es geht pünktlich los.

Abflugbereit am Flughafen Wien

Flugzeug-Highlights: Einen Sitz im ganzen Flieger gibt es, bei dem die Steuerung in der Armlehne nicht funktioniert. Natürlich meiner (Helmut) – war klar. Nachdem neben uns aber niemand sitzt, kann ich es mir auf dem Nebensitz bequem machen. Dort geht die Steuerung mit Audioausgang für die Kopfhörer, dafür der Touchscreen nicht. Die Maschine ist ohnehin so laut, dass man vom Film nichts mitbekommt, ohne die Lautstärke auf Taub-sein-will-aber-bitte-sofort einstellt. Abflug 22 Uhr. Iris schläft. Punktgenau mit dem Start der Maschine. Schon während des Steigflugs wird sie bereits zweieinhalb unserer drei Sitze einnehmen, den Kopf sanftest auf meinen Beinen platziert. Verzweifelt suchen währenddessen andere Passagiere in vollen Dreierreien eine weniger volle Sitzreihe, um in den 6h20min Flugzeit ein bisschen die Augen schließen zu können. Meist vergebens.

Zum Schlafen kommt man jedoch ohnehin nicht, außer man heißt Iris, da das Essen kurz nach 23 Uhr frisch serviert wird und sogar halbwegs schmackhaft ist. Bierchen und Wein dazu. Geht schon. Kurz nach Mitternacht geht das Licht aus, nur das Flackern der Bildschirme, und die sich ständig öffnenden und schließenden Klotüren erhellen den Flieger. Alle paar Minuten kommen Stewardessen (moderne Menschen würden hier Flugbegleiterinnen schreiben) den Gang entlang, verteilen Getränke, bieten ihre Waren feil und sammeln den Müllberg der Passagiere ein. Soweit alles beim Alten. Meine „Schlafzeit“ laut der Smartwatch am Handgelenk 44min bis wir verfrüht um 5 Uhr in Addis Abeba landen. Mein Körper sagt Null Minuten.

Flughafen Addis Abeba: Ein Highlight jagt das nächste. Zusammengepfercht im Auslauf für frisch gelandete Flugpassagiere wird wild zwischen Notausgang – ja dort nicht rausgehen – und leerer Sicherheitskontrolle hin- und hergelaufen. Wir Europäer verhalten uns wie eine Herde Schafe, die einmal vom Elektrozaun geschockt, sich nicht mehr durch die künstliche Absperrung hindurchwagt. Da, endlich, EIN MITARBEITER! Dürfen wir da durch? Yes, yes, of course. Iris und ich wagen den Durchmarsch als erste. Tatsächlich – es geht. Der Rest der Herde folgt den Leitschafen.

Unüberwindbares Hindernis am Flughafen Addis Abeba – die leere Sicherheitskontrolle

Die oberste Etage des menschenleeren Flughafens erstreckt sich vor uns. Der einzige Anschein von Leben – Sicherheitspersonal unter dicken Decken schlafend auf den Wartemöbeln der Gates A1-A18. Wir harren der Dinge. Unser Weiterflug sollte eigentlich um 8:25 Uhr von Gate A16 stattfinden, eine Mitarbeiterin verkündet jedoch: „There might be a gate change…“. Might be. Okay. Also weiterwarten. Anderthalb Stunden später springt die Anzeige von Kilimanjaro auf Buenos Aires um. Der Clou an der Sache – es gibt weder Personal, noch Anzeigetafeln oder eine Durchsage, die uns zum neuen Gate führt. Auch die App von Ethiopian Airlines zeigt noch das alte Gate an. Nach gefühlt einem halben Kilometer Fußmarsch endlich eine einsame Anzeige inklusive Mitarbeiter. D4. Also durch den Flughafen zu D4. Dort angekommen, die Anzeigetafel: A16. Erinnerungen an Asterix und Obelix werden tief in meinem Inneren geweckt. Wirres Überlegen und Debattieren der Europäer. Keine Mitarbeiter in Sicht. Wir entscheiden uns für erstmal hierbleiben, da es im Gegensatz zu dem Bereich der A-Gates ein Café mit Frühstück gibt. Danach sieht die Welt gleich anders aus.

Die Entscheidung erweist sich als richtig und nach ein paar weiteren Stunden Warten sitzen wir endlich im von ein paar Turbulenzen geplagten Flieger nach Kilimanjaro. Nach zwei Stunden Flug, einer weiteren Stunde Einreiseprozedur und zwei Stunden Fahrt ins erste Quartier sind wir offiziell in unserer Unterkunft in Tansania angekommen.

Landesübliche Preise

Um einen Sinn für die Preise im Land zu bekommen, frage ich bereits bei der Fahrt unseren Guide aus: Die größe der Schere zwischen den von den Safariunternehmen verlangten Preisen und der lokalen Einkommensstruktur ist noch eklatanter, als von uns angenommen.

LeistungKosten in Tansania Schilling (TZS)Kosten in Dollar (circa)
3 Bananen500,000,25
1 Haarschnitt (Männer)2.000,001,00
1 Bier1.000,00-2.000,000,50-1,00
1l Diesel4.400,002,25
Erwartetes Trinkgeld pro Person und Tag pro Guide laut Safariunternehmen20.000,00-30.000,0010,00-15,00

Auffällig hierbei der Dieselpreis: Aufgrund des von Israel und den USA losgetretenen Iran-Krieges ist dieser auf das doppelte des vorherigen Preises angestiegen und auch trotz des im Raum stehenden Friedensabkommens noch nicht wieder gesunken. Der Preis ist übrigens staatlich für die einzelnen Regionen gelenkt – somit im gesamten Land ca. gleich.

Unterkunft

Unsere erste Unterkunft ist die Ahadi Lodge. Schon bei der Anmeldung muss ein Formular unterschrieben werden, in dem sich die Unterkunft von jeglicher Haftung (Diebstahl, Schaden für Leib, Leben und Sachgüter, etc.) distanziert. Das lässt bei Monks wie uns natürlich alle Alarmglocken aufschrillen… Für die Wertgegenstände gibt es zumindest einen Tresor, der jedoch so klein ist, dass sich nur Teile der Ausrüstung unterbringen lassen. Der Clou an der Sache: Der Schlüssel für den Tresor hängt am Zimmerschlüssel und dieser soll beim Verlassen des Geländes natürlich abgegeben werden. Also, hm, dumm gelaufen.

So hübsch die Unterkunft ist, so „infrastrukturel schwach“ ist die Umgebung drum herum. Arm und reich – Tür an Tür. Das Personal ist jedenfalls sehr freundlich und das Zimmer passabel. Das Wichtigste jedoch: Das Moskitonetz ist dicht und die Netze an den Fenstern ebenso. Check. Auch Iris Unverträglichkeiten wird beim Essen durch Anpassungen am Menü Rechnung getragen und so freuen wir uns nach dem Abendessen mit vollen Bäuchen nach mehr als 24 Stunden unterwegs und in meinem Falle 36h wach sein (mit Ausnahme der angeblichen 40min) endlich auf ein bisschen Schlaf.

Ahadi Lodge in Arusha

Fortsetzung folgt! (Die nächsten Tage dann mit weniger Text, dafür mit umso mehr Bildern und zwar nicht nur vom Handy, wie die in der Galerie von diesem Beitrag,… falls es das Internet erlaubt.)

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